Autor: Home Stories

Firas, 27

Vor 15 Monaten floh Firas aus seiner syrischen Heimatstadt ar-Raqqa, die bis 2016 als Hochburg der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) galt. Vor einem Jahr bezog der 27-Jährige eine kleine Wohnung im Dortmunder Vorort Lütgendortmund, wo wir ihn an einem wolkenreichen Sonntag besuchen.

Michael, 28

Rund 11.000 Menschen flohen im Jahr 2015 aus dem ost-afrikanischen Eritrea nach Deutschland – im Jahr 2016 waren es bereits über 18.000 Menschen, die Reißaus vor der Militärdiktatur in dem relativ kleinen Land nahmen und in Deutschland Asyl beantragten.

Sayed, 34

Der Buddhismus genießt gemeinhin den Ruf eine Religion der Toleranz und Gewaltlosigkeit zu sein. Dennoch werden in einigen Ländern andersgläubige Minderheiten im Namen Buddhas unterdrückt, vertrieben und attackiert – wie die muslimische Volksgruppe der Rohingya in Myanmar (Burma).

Ahmad, 26

„Stell Dir vor, Du hast fast alles, was Du Dir immer gewünscht hast – und dann verlierst du es von einem Tag auf den anderen. Kannst Du Dir das vorstellen? Nein? Ich konnte es auch nicht.“

Reem, 30

Um die zusätzliche Gefahr vor Übergriffen zu minimieren, treten alleinstehende syrische Frauen die Flucht aus ihrer Heimat nur gemeinsam mit anderen Frauen an – so wie Reem und ihre Freundinnen.

Feda, 50

Seit sieben Monaten wohnt Feda zusammen mit ihrem Mann Amer und ihrem 26-jährigen Sohn Alaa in einer kleinen Wohnung in Dortmund-Huckarde. Im Hausflur, direkt vor der Wohnung, verrät eine handgeschriebene, mit Tesafilm an der Wand befestigte Notiz, dass „Flur putzen auch zur Wohnung gehört“. Feda lächelt amüsiert: „Als ob ich den Hausflur nie putzen würde! Ich putze ihn halt nicht am Samstag, weil ich da zum Kurs muss. Die Nachbarn über uns sind steinalt und haben dafür leider wenig Verständnis.“ Überhaupt findet die Syrerin das Verhältnis unter Nachbarn in Deutschland schwierig. „Die Menschen hier sind zwar irgendwie nett zueinander, wirklich herzliche Kommunikation findet aber nicht statt.“ Die Familie hat einen großen Bekanntenkreis, gute Freunde, ein aktives Leben in Damaskus zurückgelassen und muss sich erst an die oftmals etwas unterkühlte Art ihrer deutschen Mitmenschen gewöhnen. „Es ist hier schwierig für uns, wir kennen fast niemanden, sprechen die Sprache noch nicht gut. Außerdem ist hier in unserem Stadtteil nicht viel los. Wir können nicht viel machen, deshalb gehen wir oft spazieren.“, erzählt Feda. Die drei warten zur …

Rasha, 33 & Mohammed, 31

Wir treffen die Geschwister Rasha und Mohammed an einem dieser deutschen Sommertage, die nicht wissen, was sie wollen: Regen, Sonne, Regen, Sonne und so weiter. Obwohl die Heizung der Erdgeschosswohnung aufgedreht ist, sitzt Rasha im dicken Mantel auf dem Sofa und fröstelt. „Wenn ich etwas an Syrien vermisse, dann ist es der Sommer. Es ist mehrere Monate lang warm – durchgehend! Nicht dieses Hin und Her mit Regen und ein bisschen Sonne!“ Sie und ihr Bruder Mohammed kommen ursprünglich aus der syrischen Hauptstadt Damaskus. Als die Truppen des Diktators Al-Assad dorthin vorrücken, flüchten sie mit ihrer Familie zu Verwandten in den Osten des Landes. Doch auch von der „Allianz gegen den Terror“, die aus Truppen der Vereinigten Arabischen Emirate besteht, und den Amerikanern droht Gefahr. Zu oft treffen deren Bomben auch die Zivilbevölkerung – sogenannte „Kollateralschäden“. Rasha überlebt im September 2014 nur knapp einen Bombenangriff, der zahlreiche Zivilisten tötet. „Es wurde immer gefährlicher für uns alle. Wir mussten schnell fliehen und alles zurücklassen.“ Die Familie flieht in die Türkei und kommt dort in einem der …

Rabeeh, 26 & Ruby, 1

In den Wirren des syrischen Krieges ist es nur eine Frage der Zeit, bis man mit einer der Konfliktparteien Probleme bekommt. Von einem Tag auf den anderen kann sich ein Leben ändern – und zwar nicht im positiven Sinne. So wie bei Rabeeh, einem jungen Mann aus Homs, der in Damaskus Maschinenbau studiert.

Mohammed, 22

Spätsommer 2015: Mehrere tausend Flüchtende unterschiedlicher Herkunft durchqueren Mazedonien zu Fuß – auf der Autobahn. Unter ihnen auch Mohammed, ein junger Mann aus der Stadt Aleppo im Norden Syriens. In Syrien ist es relativ leicht, mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen. Durch den Bürgerkrieg herrschen im Land verschiedene Gewalten: die Soldaten von Assads Regime, die Rebellen der Opposition und die Terroristen. Mohammed möchte nicht erzählen, mit welcher dieser Parteien er Probleme bekommen hat und auch nicht, warum. Zu groß ist seine Sorge um seine Familie. Familien werden oft als Druckmittel eingesetzt und bedroht, entführt, gefoltert oder sogar ermordet. Der junge Syrer flieht Hals über Kopf mitten in der Nacht zum Jahreswechsel 2014/15 – bei sich hat er nur einen Rucksack mit dem Notwendigsten. „Ich bezahlte einem Schlepper viel Geld, damit er mich ungesehen in die Nähe der türkischen Grenze bringt. Zwei Tage musste ich warten, dann überquerte ich nachts die Grenze in einem Waldstück, fernab von den Grenzsoldaten. Ich möchte nicht daran denken, was passiert wäre, wenn sie mich entdeckt hätten.“ In der Türkei …

Fares, 25 & Nasser, 32

Wohngemeinschaften entstehen oft aus rein praktischen Gründen, wenn man z. B. in eine andere Stadt zieht und kein Geld für eine eigene Wohnung hat. Nicht so bei Fares und Nasser. Die beiden Syrer lernten sich vor einigen Monaten in der Unterkunft Adlerstraße 44 kennen. „Es war sozusagen Freundschaft auf den ersten Blick“, lachen die beiden jungen Männer, die sich durch ihre ruhige Art ähneln. Seit Kurzem teilen sie sich eine 3-Zimmer-Wohnung im Dortmunder Unionviertel. „Wir hatten einfach Glück im Unglück – die Vermieterin des Hauses hat angerufen und dem Verein sehr kurzfristig eine Wohnung angeboten. Die Entscheidung fiel in wenigen Stunden.“ Bei der Einrichtung half das Projekt Ankommen durch die Vermittlung und Bereitstellung von Spenden; andere Freiwillige und Freunde unterstützen bei Umzug und Renovierung. Eine reine Männer-WG – kann das gut gehen? „Das geht gut. Kochen können wir beide, den Haushalt teilen wir uns, jeder macht das, was er am besten kann. Wir haben ja auch viel Zeit.“ Das ist sowohl für den 25-jährigen Fares als auch den 32-jährigen Nasser eine neue Situation, denn in …