Alle Artikel mit dem Schlagwort: Afrika

Michael, 28

Rund 11.000 Menschen flohen im Jahr 2015 aus dem ost-afrikanischen Eritrea nach Deutschland – im Jahr 2016 waren es bereits über 18.000 Menschen, die Reißaus vor der Militärdiktatur in dem relativ kleinen Land nahmen und in Deutschland Asyl beantragten.

Comfort, 47

Der englische Begriff „comfort“ bedeutet sowohl Komfort als auch Trost. Als Mutter von sechs Kindern ist Comfort – Nomen est Omen – also geradezu prädestiniert, Trost und Behaglichkeit zu spenden. Doch die vergangenen Monate haben der 47-jährigen Ghanaerin sehr zugesetzt – genauso wie ihren Kindern.

Jude, 31

Am ersten Weihnachtstag 2011 verübt die radikal-islamische Terrororganisation Boko Haram in mehreren Städten Nigerias Bombenanschläge auf christliche Kirchen. In Madalla, unweit der nigerianischen Hauptstadt Abuja, explodiert eine Autobombe vor der St. Theresa Catholic Church. Mehr als 35 Menschen sterben – darunter vier von Judes Brüdern. „Einer meiner Brüder, meine schwangere Frau und ich sind an diesem Tag nicht zur Kirche gegangen, weil sich meine Frau nicht wohlfühlte. Kurz nachdem die anderen zur Weihnachtsmesse gegangen waren, gab es eine laute Explosion. Wir lebten in der Nähe der Kirche – das Dach unseres Hauses flog weg, so stark war die Explosion. Meine Frau wurde ohnmächtig. Es war grauenvoll. Wir hörten Schreie. Lärm. Sahen das Chaos. Wir wussten nicht, ob meine Mutter und meine Brüder überlebt hatten.“ Die lokalen Behörden sind völlig überfordert. Es gibt keine ausreichende medizinische Versorgung für alle Opfer, vor allem fehlt es an Krankenwagen, um die Verletzten in die umliegenden Hospitäler zu bringen. Als Faith, Jude und sein Bruder zum nächsten Krankenhaus eilen, erfahren sie, dass Mutter und Brüder unter den Vermissten sind. Nach …

Mohssine, 23

  Geboren und aufgewachsen ist Mohssine in Casablanca, der größten Stadt Marokkos. Nachdem er eine Zeit lang in Libyen lebte, floh er nach Italien. Doch aufgrund der katastrophalen Zustände, die dort herrschten, flüchtete er weiter nach Deutschland. Vor neun Monaten kam er in Dortmund an. Anfangs lebte Mohssine in der Übergangseinrichtung Adlerstraße 44. Mit Unterstützung des Projekts Ankommen konnte „Marokko“ – wie er dort von vielen genannt wurde – aber vor kurzem seine eigene kleine 1-Zimmer-Wohnung beziehen. Der junge Mann ist ein eher schüchterner Zeitgenosse, der nicht viel von sich erzählen mag und nur sehr verhalten auf unsere Fragen antwortet. Sicherlich auch deshalb, weil er noch auf seinen Asylbescheid wartet und das Risiko besteht, dass er nach Italien ausgewiesen wird. Aufgrund der schlechten Zukunftsaussichten möchte er aber nicht dorthin zurück.   Mohssine möchte auch nicht zurück nach Marokko. Laut Amnesty International werden die Menschenrechte dort massiv eingeschränkt. Die Presse ist nicht frei, Minderheiten werden verfolgt, es gibt willkürliche Inhaftierungen und Misshandlungen. Hinzu kommen eine generell schlechte wirtschaftliche Lage und eine hohe Arbeitslosigkeit. Die Aussichten und …