Alle Artikel mit dem Schlagwort: Armut

Comfort, 47

Der englische Begriff „comfort“ bedeutet sowohl Komfort als auch Trost. Als Mutter von sechs Kindern ist Comfort – Nomen est Omen – also geradezu prädestiniert, Trost und Behaglichkeit zu spenden. Doch die vergangenen Monate haben der 47-jährigen Ghanaerin sehr zugesetzt – genauso wie ihren Kindern.

Radomir, 67

In seinem früheren Leben war Radomir ein Meisterkoch, in den 80er Jahren zählte er mehrmals zu den Erstplatzierten in nationalen Kochbewerben. Er arbeitete in Hotels und Restaurants auf dem gesamten Balkan, einige Jahre sogar in Bonn, weshalb er heute Anspruch auf eine minimale deutsche Rente hat. Doch als der Krieg Anfang der 90er Jahre über die Balkanstaaten hereinbrach, änderte sich alles.

Mohssine, 23

  Geboren und aufgewachsen ist Mohssine in Casablanca, der größten Stadt Marokkos. Nachdem er eine Zeit lang in Libyen lebte, floh er nach Italien. Doch aufgrund der katastrophalen Zustände, die dort herrschten, flüchtete er weiter nach Deutschland. Vor neun Monaten kam er in Dortmund an. Anfangs lebte Mohssine in der Übergangseinrichtung Adlerstraße 44. Mit Unterstützung des Projekts Ankommen konnte „Marokko“ – wie er dort von vielen genannt wurde – aber vor kurzem seine eigene kleine 1-Zimmer-Wohnung beziehen. Der junge Mann ist ein eher schüchterner Zeitgenosse, der nicht viel von sich erzählen mag und nur sehr verhalten auf unsere Fragen antwortet. Sicherlich auch deshalb, weil er noch auf seinen Asylbescheid wartet und das Risiko besteht, dass er nach Italien ausgewiesen wird. Aufgrund der schlechten Zukunftsaussichten möchte er aber nicht dorthin zurück.   Mohssine möchte auch nicht zurück nach Marokko. Laut Amnesty International werden die Menschenrechte dort massiv eingeschränkt. Die Presse ist nicht frei, Minderheiten werden verfolgt, es gibt willkürliche Inhaftierungen und Misshandlungen. Hinzu kommen eine generell schlechte wirtschaftliche Lage und eine hohe Arbeitslosigkeit. Die Aussichten und …