Alle Artikel mit dem Schlagwort: Frauen

Reem, 30

Um die zusätzliche Gefahr vor Übergriffen zu minimieren, treten alleinstehende syrische Frauen die Flucht aus ihrer Heimat nur gemeinsam mit anderen Frauen an – so wie Reem und ihre Freundinnen.

Feda, 50

Seit sieben Monaten wohnt Feda zusammen mit ihrem Mann Amer und ihrem 26-jährigen Sohn Alaa in einer kleinen Wohnung in Dortmund-Huckarde. Im Hausflur, direkt vor der Wohnung, verrät eine handgeschriebene, mit Tesafilm an der Wand befestigte Notiz, dass „Flur putzen auch zur Wohnung gehört“. Feda lächelt amüsiert: „Als ob ich den Hausflur nie putzen würde! Ich putze ihn halt nicht am Samstag, weil ich da zum Kurs muss. Die Nachbarn über uns sind steinalt und haben dafür leider wenig Verständnis.“ Überhaupt findet die Syrerin das Verhältnis unter Nachbarn in Deutschland schwierig. „Die Menschen hier sind zwar irgendwie nett zueinander, wirklich herzliche Kommunikation findet aber nicht statt.“ Die Familie hat einen großen Bekanntenkreis, gute Freunde, ein aktives Leben in Damaskus zurückgelassen und muss sich erst an die oftmals etwas unterkühlte Art ihrer deutschen Mitmenschen gewöhnen. „Es ist hier schwierig für uns, wir kennen fast niemanden, sprechen die Sprache noch nicht gut. Außerdem ist hier in unserem Stadtteil nicht viel los. Wir können nicht viel machen, deshalb gehen wir oft spazieren.“, erzählt Feda. Die drei warten zur …

Rasha, 33 & Mohammed, 31

Wir treffen die Geschwister Rasha und Mohammed an einem dieser deutschen Sommertage, die nicht wissen, was sie wollen: Regen, Sonne, Regen, Sonne und so weiter. Obwohl die Heizung der Erdgeschosswohnung aufgedreht ist, sitzt Rasha im dicken Mantel auf dem Sofa und fröstelt. „Wenn ich etwas an Syrien vermisse, dann ist es der Sommer. Es ist mehrere Monate lang warm – durchgehend! Nicht dieses Hin und Her mit Regen und ein bisschen Sonne!“ Sie und ihr Bruder Mohammed kommen ursprünglich aus der syrischen Hauptstadt Damaskus. Als die Truppen des Diktators Al-Assad dorthin vorrücken, flüchten sie mit ihrer Familie zu Verwandten in den Osten des Landes. Doch auch von der „Allianz gegen den Terror“, die aus Truppen der Vereinigten Arabischen Emirate besteht, und den Amerikanern droht Gefahr. Zu oft treffen deren Bomben auch die Zivilbevölkerung – sogenannte „Kollateralschäden“. Rasha überlebt im September 2014 nur knapp einen Bombenangriff, der zahlreiche Zivilisten tötet. „Es wurde immer gefährlicher für uns alle. Wir mussten schnell fliehen und alles zurücklassen.“ Die Familie flieht in die Türkei und kommt dort in einem der …