Alle Artikel mit dem Schlagwort: Krieg

Ahmad, 26

„Stell Dir vor, Du hast fast alles, was Du Dir immer gewünscht hast – und dann verlierst du es von einem Tag auf den anderen. Kannst Du Dir das vorstellen? Nein? Ich konnte es auch nicht.“

Reem, 30

Um die zusätzliche Gefahr vor Übergriffen zu minimieren, treten alleinstehende syrische Frauen die Flucht aus ihrer Heimat nur gemeinsam mit anderen Frauen an – so wie Reem und ihre Freundinnen.

Rasha, 33 & Mohammed, 31

Wir treffen die Geschwister Rasha und Mohammed an einem dieser deutschen Sommertage, die nicht wissen, was sie wollen: Regen, Sonne, Regen, Sonne und so weiter. Obwohl die Heizung der Erdgeschosswohnung aufgedreht ist, sitzt Rasha im dicken Mantel auf dem Sofa und fröstelt. „Wenn ich etwas an Syrien vermisse, dann ist es der Sommer. Es ist mehrere Monate lang warm – durchgehend! Nicht dieses Hin und Her mit Regen und ein bisschen Sonne!“ Sie und ihr Bruder Mohammed kommen ursprünglich aus der syrischen Hauptstadt Damaskus. Als die Truppen des Diktators Al-Assad dorthin vorrücken, flüchten sie mit ihrer Familie zu Verwandten in den Osten des Landes. Doch auch von der „Allianz gegen den Terror“, die aus Truppen der Vereinigten Arabischen Emirate besteht, und den Amerikanern droht Gefahr. Zu oft treffen deren Bomben auch die Zivilbevölkerung – sogenannte „Kollateralschäden“. Rasha überlebt im September 2014 nur knapp einen Bombenangriff, der zahlreiche Zivilisten tötet. „Es wurde immer gefährlicher für uns alle. Wir mussten schnell fliehen und alles zurücklassen.“ Die Familie flieht in die Türkei und kommt dort in einem der …

Rabeeh, 26 & Ruby, 1

In den Wirren des syrischen Krieges ist es nur eine Frage der Zeit, bis man mit einer der Konfliktparteien Probleme bekommt. Von einem Tag auf den anderen kann sich ein Leben ändern – und zwar nicht im positiven Sinne. So wie bei Rabeeh, einem jungen Mann aus Homs, der in Damaskus Maschinenbau studiert.

Mohammed, 22

Spätsommer 2015: Mehrere tausend Flüchtende unterschiedlicher Herkunft durchqueren Mazedonien zu Fuß – auf der Autobahn. Unter ihnen auch Mohammed, ein junger Mann aus der Stadt Aleppo im Norden Syriens. In Syrien ist es relativ leicht, mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen. Durch den Bürgerkrieg herrschen im Land verschiedene Gewalten: die Soldaten von Assads Regime, die Rebellen der Opposition und die Terroristen. Mohammed möchte nicht erzählen, mit welcher dieser Parteien er Probleme bekommen hat und auch nicht, warum. Zu groß ist seine Sorge um seine Familie. Familien werden oft als Druckmittel eingesetzt und bedroht, entführt, gefoltert oder sogar ermordet. Der junge Syrer flieht Hals über Kopf mitten in der Nacht zum Jahreswechsel 2014/15 – bei sich hat er nur einen Rucksack mit dem Notwendigsten. „Ich bezahlte einem Schlepper viel Geld, damit er mich ungesehen in die Nähe der türkischen Grenze bringt. Zwei Tage musste ich warten, dann überquerte ich nachts die Grenze in einem Waldstück, fernab von den Grenzsoldaten. Ich möchte nicht daran denken, was passiert wäre, wenn sie mich entdeckt hätten.“ In der Türkei …

Fares, 25 & Nasser, 32

Wohngemeinschaften entstehen oft aus rein praktischen Gründen, wenn man z. B. in eine andere Stadt zieht und kein Geld für eine eigene Wohnung hat. Nicht so bei Fares und Nasser. Die beiden Syrer lernten sich vor einigen Monaten in der Unterkunft Adlerstraße 44 kennen. „Es war sozusagen Freundschaft auf den ersten Blick“, lachen die beiden jungen Männer, die sich durch ihre ruhige Art ähneln. Seit Kurzem teilen sie sich eine 3-Zimmer-Wohnung im Dortmunder Unionviertel. „Wir hatten einfach Glück im Unglück – die Vermieterin des Hauses hat angerufen und dem Verein sehr kurzfristig eine Wohnung angeboten. Die Entscheidung fiel in wenigen Stunden.“ Bei der Einrichtung half das Projekt Ankommen durch die Vermittlung und Bereitstellung von Spenden; andere Freiwillige und Freunde unterstützen bei Umzug und Renovierung. Eine reine Männer-WG – kann das gut gehen? „Das geht gut. Kochen können wir beide, den Haushalt teilen wir uns, jeder macht das, was er am besten kann. Wir haben ja auch viel Zeit.“ Das ist sowohl für den 25-jährigen Fares als auch den 32-jährigen Nasser eine neue Situation, denn in …

Hassam, 22

Hassam stammt aus Herat in Afghanistan; er wird nur wenige Jahre vor dem verheerenden Krieg geboren. Als er 10 Jahre alt ist, ändert sich sein Leben schlagartig: Eine amerikanische Fliegerbombe zerstört das Haus seiner Familie. Seine Schwester kommt dabei zu Tode, er und sein Bruder werden schwer verletzt.

Mohammad, 31

Mohammads Geschichte beginnt wie die vieler anderer Menschen  im kriegszerrütteten Syrien. Geboren und aufgewachsen in Damaskus, leidet er unter dem Krieg und beschließt 2014, alleine die gefährliche Flucht nach Europa zu wagen. Er lässt ein ganzes Leben zurück: seine Eltern und seine Geschwister, seinen Job als Maler und Dekorateur, seine Wohnung, seine Freunde. Die Flucht kostet seine gesamten Ersparnisse, rund 4.000 € verlangen die Schlepper für die gefährliche und lange Reise. Ohne Garantie auf Erfolg. „Selbst wenn man den Schleppern sein ganzes Geld überlässt, heißt das nicht, dass man auch wirklich ankommt. Wenn Du unterwegs nicht mehr kannst, wirst du zurückgelassen. Es gibt nur eine Möglichkeit, um zu überleben: weitergehen.“ sagt er. Mohammad reist zunächst nach Istanbul, wo er über einen Bekannten zu den Schleppern Kontakt aufnimmt. Kurz darauf folgt ein zweitägiger Marsch durch die Berge, zusammen mit zahlreichen anderen Flüchtlingen. Als die Gruppe in der Nähe von Izmir das Boot erreicht, das sie nach Italien bringen soll, befallen ihn erste Zweifel. Die Schlepper haben natürlich vorher nur Positives berichtet, über den vermeintlich problemlosen Marsch …